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Müllner Peter von
Sachrang
Als fünftes von acht Kindern der Müllnereheleute Georg und Margarethe
Huber, deren Vorfahren seit 1552 auf der "Mühl in der Au"
(Ortsteil Aschach) ansässig sind, wird er am 29.06.1766 in Sachrang
geboren und auf den Namen Peter getauft.
Der
Musiker
Schon recht bald muss er Freude an Musik und Musizieren verspürt haben.
Sein Leben lang nutzte er sein herausragendes musikalisches Talent. Durch
sein Wirken als Organist, Chormeister, Arrangeur und Komponist prägte er
Musik und Gesang in seiner Heimatgemeinde. Ein Großteil seiner
schöpferischen Arbeit blieb der Nachwelt im sogen. "Sachranger
Notenschatz“ erhalten. Für seine künstlerische Neigung sprechen auch
die hübschen Verzierungen auf vielen Notenblättern.
Der
Müller und Bauer
Aus verschiedenen Briefen, seiner umfangreichen Bibliothek und zahlreichen
Aufzeichnungen ist zu schließen, dass er einen überdurchschnittlichen
Bildungsgrad besaß. Näheres darüber ist allerdings nicht überliefert.
1809 übernahm er das elterliche Anwesen und die Getreidemühle im
Aschacher Grund und ging seinem Beruf als Müller und Bauer nach. Im Alter
von 48 Jahren heiratete er die 31 jährige Nachbarstochter Maria Hell
(25.10.1813) Die Ehe blieb kinderlos. Seiner Frau wird die hübsche
Bemalung der teilweise noch erhaltenen Möbel zugesprochen.
Der Heilkundler
Neben der Musik galt seine Leidenschaft der Heilkunde. Als Tier- und
Menschenarzt war sein Rat weithin gefragt. Auf diese Fertigkeit verweisen
vor allem zwei umfangreiche Handschriften mit Rezepturen aus jener und
längst vergangener Zeit, Einträge in den Sterbematrikeln und eine eigene
Apotheke mit dazugehöriger Literatur in der Mühle.
Der
Bürger
Er setzte sich für seine Mitbürger ein und half ihnen in rechtlichen
Angelegenheiten. Peter Huber war der „Aufklärung“ zugetan. In der
Zeit des Tiroler Aufstandes (um 1809) hielt er regen Kontakt zum Walchseer
Vikar Anton Harlander und zum Pfleger in Hohenaschau. 1817 wurde er
Gemeindevorsteher in Sachrang.
Der
religiöse Mensch / Die Wallfahrt
Ob der Unglückstod seiner Frau am 19. Juli 1824 den Ausschlag gab, die
vom Verfall bedrohte Ölbergkapelle (erbaut im 17. Jh.) zu retten, ist
nicht bewiesen. Fest steht nur, dass er mit großem persönlichen und
finanziellen Einsatz das Wallfahrtskirchlein an der Tiroler Grenze
renovieren ließ, im September 1827 wurde sie benediziert und die
Tradition der Wallfahrt zum Ölberg lebte wieder auf. Nach 1850 (Peter
Huber starb am 19. August 1843) geriet sie jedoch allmählich in
Vergessenheit. Der 1973 gegründete Freundeskreis des Müllner-Peter ließ
die Kapelle in den 70er Jahren dankenswerterweise renovieren und belebte
die Ölberg-Wallfahrt neu. Seit 1972 ist die Bayerisch-Tiroler Wallfahrt
am 3. Sonntag im September fester Bestandteil des kulturell-religiösen Lebens
im Priental.
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